Geld vom Staat für Einbruchschutz

Euro Geldscheine mit Zettel und Stempel vom deutschen Staat

Gute Nachrichten, die Fördermittel für den Einbruchschutz wurden aufgestockt. Für 2017 stehen 50 Mio. Euro für Maßnahmen zum Einbruchschutz zur Verfügung, das ist 5 Mal so viel wie im Vorjahr. Für Maßnahmen zur Barrierereduzierung stellt der Bund 75 Mio. Euro für Zuschüsse zur Verfügung, rund 50 % mehr als im Vorjahr.

 

Hintergrund: Seit 19.11.2015 können private Eigentümer und Mieter Zuschüsse für Maßnahmen zur Sicherung gegen Wohnungs- und Hauseinbrüche in Anspruch nehmen. Seit 01.04.2016 werden Privatpersonen alternativ zum Zuschussprogramm (455) für zusätzliche Einzelmaßnahmen zum Einbruchschutz zudem über eine erweiterte Kreditvariante des Programms „Altersgerecht Umbauen (159)“ gefördert. Seit 26.07.2016 kann über das Programm „Energieeffizient Sanieren (430) ein Investitionszuschuss beantragt werden (vgl. Hinweis S. 2 unten). Alle Anträge und die Abrechnung werden über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) abgewickelt.

Informationen zur staatlichen Förderung für den Einbruchsschutz

 

Wer wird eigentlich gefördert?

  • Eigentümerinnen und Eigentümer von selbst genutzten oder vermieteten Ein- und Zweifamilienhäusern mit maximal 2 Wohneinheiten sowie von Eigentumswohnungen in Wohnungseigentümergemeinschaften
  • Mieterinnen und Mieter

 

Wie und in welchem Umfang wird gefördert?

  • Die Förderung erfolgt durch einen Zuschuss in Höhe von 10 % der Investitionssumme
  • Die Investitionssumme derzeit muss mindestens 500 Euro betragen (dies entspricht mindestens 50 Euro Förderung)
  • Es werden Investitionskosten von maximal 15.000 Euro bezuschusst (dies entspricht maximal 1.500 Euro Förderung)
  • In Kombination mit Maßnahmen zur Barrierereduzierung können bis zu 6.250 Euro Zuschuss beantragt werden
  • Bei allen Maßnahmen sind sowohl Materialkosten als auch Handwerkerleistungen förderfähig

 

Hinweis: Es werden keine bereits begonnenen oder schon abgeschlossene Vorhaben sowie keine Ferien- und Wochenendhäuser oder gewerblich genutzte Flächen gefördert! Die Kombination einer Förderung aus dem Produkt 455 mit einer steuerlichen Förderung gemäß §35 a Absatz 3 EStG (Steuerermäßigte Handwerkerleistung) für in diesem Programm geförderter Maßnahmen ist nicht möglich.

Welche Unternehmen dürfen beauftragt werden?

  • Voraussetzung für die Förderung ist die Durchführung durch ein Fachunternehmen des Handwerks

 

Wie erfolgt der Antrag?

  • Der Antrag muss online über das KfW-Zuschuss-Portal beantragt werden, wo man sofort die Zuschusshöhe erfahren kann (Ident-Verfahren erforderlich). Der Online-Antrag kann auch durch einen Bevollmächtigten erfolgen
  • Die Zusschussbestätigung erfolgt ebenfalls online
  • Der Antrag muss zwingend vor Beginn des Umbaus direkt bei der KfW gestellt werden
  • Angebote müssen nicht mit beigefügt werden

 

Wie genau müssen die Kostenschätzungen sein?

  • Es wird empfohlen, die geplanten förderfähigen Maßnahmen inklusive der Materialkosten auf Basis eines eingeholten Angebots zu beantragen
  • Das Angebot sollte unter Berücksichtigung eventueller Kostensteigerungen erstellt werden
  • Mögliche Kosten für die Erstellung eines Angebots können nicht übernommen werden
  • Gefördert werden aber die Kosten der Beratung, Planung und Baubegleitung, die im unmittelbaren Zusammenhang mit den Maßnahmen zur Barrierereduzierung oder zum Einbruchschutz stehen
  • Evtl. gewährte Rabatte und Skonti mindern den Zuschuss entsprechend

 

Wie erfolgt die Abrechnung?

  • Nach Abschluss der Maßnahmen, spätestens 6 Monate nach der Zusage muss die Durchführung über Rechnungsnachweis belegt werden
  • Dieses Verfahren erfolgt voraussichtlich ab April 2017 ebenfalls online durch den Antragssteller
  • Alle relevanten Unterlagen sind mindestens 10 Jahre aufzubewahren und auf Verlangen vorzulegen
  • Die Auszahlung des Zusschusses erfolgt auf das Konto des Antragsstellers

 

Tipp: Für eine reibungslose Prüfung der „Bestätigung nach Durchführung“ bei der KfW wird empfohlen, die Rechnungen so zu gestalten, dass aus den Rechnungspositionen die Kosten der förderfähigen Maßnahmen eindeutig gemäß der nachfolgend aufgeführten Rubriken hervorgehen.

Was wird gefördert und welche technischen Mindestmaßnahmen gelten?

 

Einbau einbruchhemmender Haus- und Wohnungseingangstüren. Diese müssen:

  • die Widerstandsklasse RC2 nach DIN EN 1627 oder besser (auch ohne Einhaltung der sicherheitstechnischen Anforderungen an die umgebenden Wandbauteile) aufweisen
  • einen U-Wert von maximal 1,3 W/(m2·K) aufweisen, sofern es sich um Außentüren als Teil der thermischen Hülle des Gebäudes handelt

 

Einbau von Nachrüstsystemen für Haus- und Wohnungseingangstüren. Diese müssen:

  • für Schlösser (z.B. Querriegelschlösser mit/ohne Sperrbügel, Türzusatzschlösser, Kastenriegelschlösser) / Bandseitensicherungen der DIN 18104 Teil 1 oder 2 zum Einbruchschutz entsprechen
  • bei Mehrfachverriegelungssystemen mit Sperrbügelfunktion nach DIN 18251 zum Einbruchschutz, Klasse 3 oder besser sowie bei Einsteckschlössern nach DIN 18251 zum Einbruchschutz, Klasse 4 oder besser eingebaut werden

 

Einbau von Nachrüstsystemen für Fenster

  • (z.B. aufschraubbare Fensterstangenschlösser, Bandseitensicherungen, drehgehemmter Fenstergriff, Pilzkopfverriegelungen). Diese müssen der DIN 18104, Teil 1 oder 2 entsprechen

 

Einbau einbruchhemmender Gitter und Rollläden. Diese müssen:

  • nach DIN EN 1627 ab der Widerstandsklasse RC 2 eingebaut werden

 

Einbau von Einbruch- und Überfallmeldeanlagen. Diese müssen:

  • die Anforderungen nach DIN EN 50 131, Grad 2 zum Einbruchschutz oder besser erfüllen
  • mögliche Komponenten sind: Kamerasysteme, Panikschalter, Geräteabschaltung, präsenzabhängige Zentralschaltung definierter Geräte bzw. Steckdosen, Personenerkennung an Haus- und Wohnungstüren, intelligente Türschlösser mit personalisierten Zutrittsrechten

 

Ohne gesonderte technische Anforderungen:

  • Einbau von Türspionen

 

Baugebundene Assistenzsysteme:

  • Bild-(Gegensprechanalagen) – z.B. mittels Videotechnik, baugebundene Not- und Rufsysteme, Bewegungsmelder, Anwesenheits- und erweiterte Präsenzmelder, Türkommunikation, Beleuchtung

 

Anmerkung: Einbruchshemmende Beschläge, Profilzylinder usw. fallen unter „Einbau von Nachrüstsystemen für Haus- und Wohneingangstüren“ wenn sie die für diese Maßnahme geltenden Mindestanforderungen erfüllen. Interkey empfiehlt dazu die Herstellerverzeichnisse „geprüfte und zertifizierte einbruchhemmende Produkte“ der Polizei zu berücksichtigen, siehe: www.polizei.bayern.de/schuetzenvorbeugen/beratung/technik/index.html

Achtung: Nicht förderfähig im Programm 455 sind z.B. Tresore und Wertbehältnisse. Fenster sind nur über das Programm 151/152 förderfähig

 Auszug für Einzelmaßnahmen zur Barrierereduzierung** Bereich Sicherheit, Orientierung, Kommunikation:

  • Altersgerechte Assistenzsysteme (z. B. für Bedienungs- und Antriebssysteme für Türen, Rollläden, Fenster, Beleuchtung, Heizung)
  • Modernisierung von Bedienelementen
  • Einbau von Stütz- und Haltesystemen einschließlich Maßnahmen zur Nachrüstung
  • Maßnahmen zur Verbesserung der Orientierung und Kommunikation wie zum Beispiel Beleuchtung, Gegensprech- oder Briefkastenanlagen
  • Förderungen zur Barrierereduzierung müssen in einem separatem Antrag beantragt werden

** Zuschuss für 10 % der förderfähigen Kosten, bis zu 5.000 Euro pro Wohneinheit. Beim Standard „Altersgerechtes Haus“ werden 12,5 % der förderfä- higen Kosten, bis zu 6.250 Euro pro Wohneinheit bezuschusst. Weitere förderfähige Maßnahmen zu Barrierereduzierung siehe www.kfw.de.

 

Hinweis: Im Programm Energieeffizient Sanieren – Kredit (Nr. 151/152) oder Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss (Nr. 430) wird u. a. der Einbau einbruchssicherer Fenster, Balkon- und Terrassentüren sowie die dazu gehörigen einbruchhemmende Nachrüstprodukte mit finanziert. Private Eigentümer, die Wohnraum energetisch sanieren oder sanierten Wohnraum kaufen, können seit 26.07.2016 einen Antrag bis zu 30.000 € Zuschuss direkt im KfW-Zuschussportal stellen und sofort die Zuschusshöhe erfahren. Das Programm ist flexibel kombinierbar mit anderen Fördermitteln.

Tipp: Seit 01.04.2016 werden Privatpersonen alternativ zum Zuschussprogramm (455) für zusätzliche Einzelmaßnahmen zum Einbruchschutz über eine erweiterte Kreditvariante des Programms „Altersgerecht Umbauen (159)“ gefördert. Bis 50.000 Euro Kreditbetrag werden je Wohneinheit altersunabhängig ab 0,75 % effektiver Jahreszins gefördert. Das gilt für Maßnahmen zur Barrierereduzierung/Einbruchschutz oder den Kauf umgebauten Wohnraums. Diese Variante ist eine ideale Ergänzung zum Produkt Energieeffizient Sanieren als Kredit (151/152) oder Zuschuss (430)

Weiterführende Links und Downloads:

 

 

2 Comments

  1. Ingo sagt:

    Sicherlich eine Fördermaßnahne, die gerne in Anspruch genommen wurde, denn hier geht es schließlich um die eigene Sicherheit.

  2. Jo sagt:

    Gut zu wissen, dass der Staat den Einbruchschutz fördert. Meine Eltern haben sich gerade Gitter vor die Kellerfenster montieren lassen. Da sie den zertifizierten Einbruchschutz im ganzen Haus erweitern wollen, wird sicher eine Summe über 2000 Euro herauskommen, sodass es immerhin eine kleine Fördersumme ergibt. Danke für die ausführlichen Informationen hierzu.

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